
Es ist ein richtiges Multitalent, dieses Wasser namens Speichel, das uns Menschen manchmal im Munde zusammenläuft und das für die Zahngesundheit eine zentrale Rolle spielt: Im Zusammenwirken
mit Zähnen und Mundschleimhaut sorgt der Speichel für das ökologische Gleichgewicht in der Mundhöhle. Ohne ihn wären unsere Zähne ganz arm dran, denn Speichel enthält u.a. in flüssiger Form
wichtige Bestandteile der Zähne, wie z.B. Kalzium und Phosphat. Diese beiden Mineralien geben ihm die Möglichkeit, mehrmals täglich kleine Schäden am Zahnschmelz zu „heilen“ – ein natürlicher
Reparaturbetrieb, der dringend notwendig ist, weil nach kohlenhydratreichem Essen oder gesüßten Getränken im Mund aggressive Bakteriensäuren entstehen, die den Zahnschmelz angreifen.
Jede Nahrungsaufnahme führt zu einem pH-Wert-Abfall im Speichel und damit zu einem Säureangriff auf den Zahnschmelz.
Kurze Säureangriffe werden durch Selbstregulation kompensiert. Wiederholen sich die
Säureangriffe häufig oder sind sie von langer Dauer, bleibt der pH-Wert lange Zeit im kritischen Bereich unter 5,5. Die Mineralverluste sind nicht mehr kompensierbar. Wie groß das Risiko ist, an
Karies oder Parodontopathien zu erkranken, wird beim Speicheltest festgestellt.
Um die Menge und Qualität des Speichels messen zu können, wird seine Produktion zunächst durch Kauen einer Paraffinkugel an-geregt. Nach 5 Kauminuten lässt sich die Speichelmenge verlässlich
messen. Für den Qualitätstest der „Spucke“ schließen sich dann weitere Diagnoseverfahren an.
Mit Hilfe eines Teststreifens und dem so genannten „Farbumschlag“ kann der Säuregehalt des
Speichels, sein pH-Wert, ermittelt werden. Der normale oder neutrale Wert des Speichels liegt zwischen 6,0 und 7,5. Sinkt diese Maßzahl z. B. durch süße Naschereien oder Getränke unter 5,5, wird
der Speichel im wahrsten Sinne des Wortes sauer. Die Folge: eine Demineralisierung (Entkalkung des Zahnschmelzes) beginnt und damit die erste Stufe der Karies.
Speicheltests sind unverzichtbar für werdende und junge Mütter, da das Übertragungsrisiko für Säuglinge oder Kleinkind reduziert werden kann.Außerdem ist der Speicheltest für alle Patienten mit
erhöhtem Kariesrisiko empfehlenswert.
Streptokokkus-mutans-Bakterien verwandeln Kohlenhydrate und Zucker in Säure. Weil diese ausgesprochen aggressiv sind, können sie die Kristalle des Zahnschmelzes auflösen – es entsteht ein „weißer
Fleck“. Das dann folgende Kariesloch kann nur der Zahnarzt „reparieren“, oder besser gesagt, mit einer Füllung schließen.
Streptokokkus-mutans-Bakterien leben zwar zu Millionen in der Mundhöhle, aber mit ihrer Anzahl steigt auch das Kariesrisiko. Beim Speicheltest lässt sich dieses Risiko exakt bestimmen. Er zeigt –
nachdem er zwei Tage in einem Brutschrank bei konstanter Temperatur aufbewahrt wurde – die Anzahl der Bakterienkolonien.
Die Konsequenz bei hohem Kariesrisiko lautet: Bakterien reduzieren durch tägliche gründliche Mundhygiene, gesundes Essen und Trinken, optimaler Fluoridschutz und Erneuerung alter und „undichter“
Füllungen.
Sie werden individuell beraten.